Eine neue Modellierungsstudie (Emmert-Fees et al., 2023, PLOS Medicine) der TU München hat erstmals systematisch berechnet, welche Auswirkungen eine Steuer auf zuckergesüßte Getränke – von Limonaden bis Energy Drinks – in Deutschland hätten.
Das Ergebnis ist eindeutig: In allen modellierten Szenarien würde weniger Zucker konsumiert, die Zahl der Erkrankungen sinkt, und das Gesundheitssystem wird entlastet.
Konkret wurden drei Varianten untersucht:
- Eine 20%ige Ad-valorem-Steuer (also ein prozentualer Aufschlag auf den Verkaufspreis): Die tägliche Zuckeraufnahme aus Getränken würde in der deutschen Erwachsenenbevölkerung um rund 1 g pro Tag sinken.
- Eine gestaffelte Steuer nach britischem Vorbild (UK Soft Drinks Industry Levy): Durch den Anreiz für Hersteller, ihre Produkte zu reformulieren, könnten bis zu 2,34 g Zucker pro Tag eingespart werden – mehr als doppelt so viel.
- Eine erweiterte Steuer, die auch Fruchtsäfte einschließt, zeigte die größten Gesamteffekte mit über 252.000 gewonnenen qualitätsadjustierten Lebensjahren und eingesparten Kosten von rund 11,8 Milliarden Euro.
Der entscheidende Unterschied: Eine gestaffelte Steuer, die Hersteller zur Rezepturveränderung anregt, hätte einen größeren gesamtgesellschaftlichen Gesundheits- und Wirtschaftseffekt als eine reine Verbrauchssteuer, die lediglich das Kaufverhalten beeinflusst.
Die Validität der Ergebnisse wurde durch den Abgleich mit einem zweiten, unabhängig entwickelten Modell (PRIMEtime) bestätigt.
Fazit der Autoren: Die Studie liefert objektive Argumente für die politische Debatte und zeigt, dass eine Steuer auf zuckergesüßte Getränke ein relevantes Instrument zur Vorbeugung von Übergewicht, Diabetes und Herzerkrankungen ist – und dass Informationskampagnen allein nicht ausreichen.
In Deutschland gibt es bislang keine gesetzliche Zuckersteuer, sondern lediglich eine freiwillige Selbstverpflichtung der Getränkeindustrie zur Zuckerreduktion – deren Wirksamkeit die Forschung als unzureichend eingestuft hat.
Es gibt noch viel zu tun! Ich werde meine Aufklärungsarbeit weiter fortsetzen.
Euer Idealcoach
Patrick Heisel
Quellen: Emmert-Fees et al. (2023), PLOS Medicine | TU München, University of Oxford & University of Liverpool
